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Fernsehzeitschrift

"Banal, voraussehbar" versus "Zu kompliziert, unglaubwürdig", lese ich in einer Programmzeitschrift. Gehen wir von einem System aus, so stellt sich die Frage, um welchen Wert es geht. Ist Wahrscheinlichkeit das Ideal dieser Kritik? Also funktioniert das nach dem Prinzip einer erträglichen Komplexität, die sich plausibel auflöst. Etwas Chaos schon, aber keine wilden Konstruktionen. Nun wird schnell klar, dass diese Kritik nicht weit reicht, wenn wir sie ernst nehmen. Denn die große klassische Chaos-Erzählung "Odyssee" ist unwahrscheinlich. Unzählige Liebesgeschichten von literarischer Qualität und ohne diese sind voraussehbar bis simpel. Ohnehin gibt es nur eine begrenzte Zahl von narrativen Grundtypen. Somit hilft uns das Schema der Fernseh-Programmzeitschrift nicht sehr viel weiter und doch werden wir das Gefühl nicht los, dass solche Kriterien nicht völlig illegitim sind. Müssen wir die Erzähltypen auf emotionale Verhältnisse beziehen, um eine bestimmte Relation als qualitativ akzeptabel ansehen zu können? Oder sind Plot-Beschreibungen als Ausgang einer literarischen, cineastischen Kritik nicht völliger Unsinn? So bleibt das Problem, dass Kritik zwar von Werten handelt, aber selbst zu oft völlig wertlos ist.

 

 

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Copyright. Dr. Goedart Palm 1998 - Stand: 20. Oktober 2013.