Landschaft ist hier kein unberührtes Gegenüber. Sie ist bereits Garten, Erinnerung und Bildraum. In den Arbeiten wird Natur nicht dokumentiert, sondern in Farbe, Struktur und kunsthistorische Nähe übersetzt. Das Sichtbare bleibt Ausgangspunkt, aber es verliert seine Verpflichtung auf botanische Genauigkeit.
Landscape I · Farbe vor Gegenstand
Im ersten Bild ist die Landschaft noch als klassische Staffelung lesbar: Vordergrund, Baumgruppe, Horizont, Himmel. Doch die roten Blumen lösen den Boden in ein Farbfeld auf. Je länger man hinsieht, desto weniger wichtig wird, welche Pflanzen dort stehen. Entscheidend ist der Rhythmus ihrer Punkte, Flecken und Verdichtungen. Das „Klimtische“ bezeichnet dabei keine Kopie eines Stils, sondern eine Verschiebung der Aufmerksamkeit. Natur wird Ornament, ohne vollständig im Ornament aufzugehen.


Der „Fette Garten“ rückt näher. Haus, Bäume und Bewuchs sind vorhanden, aber sie werden von einer schweren Textur zusammengehalten. Die Vegetation erscheint nicht leicht und atmosphärisch, sondern dicht, geschichtet, widerständig. Der Garten ist weniger Aussicht als Material. Künstlichkeit ist hier kein Gegenbegriff zur Natur. Sie bezeichnet die Arbeit, durch die Natur zum Bildraum wird.
Landscape II · Impressionistische Referenzen
In der Klimt-Euphorie wird übersehen, dass es erheblich mehr als den Gold-Klimt gibt. Seine Landschaften sind zwar bekannt, fristen aber ein – paradox formuliert – Schattendasein. Hier liegt eine klimtsche Antinomie vor: einerseits die unprätentiöse, geradewegs arme Landschaft, andererseits die Malerei im Boudoir.


Landscape III · Wien am Abend
Spaziergang durch Wien am Abend bei leichtem Regen – inspiriert von Gustav Klimt.


Landscape IV · Hommage


Landscape V · Tapestry Landscape
