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Der Wille zum System - Soziologie der Politik - Niklas Luhmann

Zur Leere der neuen politischen Philosophie

Vision reloaded: Das spätaufgeklärte Europa der Philosophen

 
In der »Kunst des Möglichen«, gilt es nach einem wohl von Augustinus eingeleiteten und bis heute unabgeschlossenem Diskurs als unmöglich, moralisch gut und zugleich praktisch erfolgreich zu handeln. Das scheint eine fragile Kunst zu sein, die doch das Mögliche möglich machen soll, aber gerade darin scheitert, das Moralische wirklich werden zu lassen. Aber leidet nicht auch die Möglichkeitskunst jenseits des Moralischen bereits an Zuständigkeitsschwund, wenn nicht gar ihre Daseinsberechtigung vollends in Abrede gestellt wird. Im Kontext von rechtlichen, ökonomischen, sozialen und wissenschaftlichen Zwängen reduzieren sich die »Möglichkeiten« freier politischer Gestaltung jenseits anderer gesellschaftlicher Agenturen.

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Politiker wissen aus dieser Entscheidungsnot wie -armut eine Tugend zu machen und entdecken, wie Murray Edelmann sagt, die symbolischen Möglichkeiten ihres Metiers. Symbolische Politik inszeniert sich vor allem als Instrument des Machbaren und wer will schon entscheiden, was noch gesellschaftliche Gestaltung und was lediglich Glasur von fremddynamischen Kräften ist. Ob Kriegserklärungen, BSE, Wiedervereinigung, therapeutisches Klonen - das Verhältnis von politischer Tatkraft und aufgedrängtem Vollzug ist diffus. Politiker verwandeln ihre Einflussverluste in moralische Repräsentationsfunktionen, die nicht nur das Entscheidungsdilemma unsichtbar machen, sondern ihrer Selbstverwaltung und -erhaltung förderlich sind. Bei jeder politischen Entscheidung läuft das Problem des Machterhalts mit und es dürfte im Sinne dieser vitalen Funktion besser sein, die eigene relative Ohnmacht zu verbergen.

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Die vielleicht interessanteste Aussage zur Kommunalwahl 2014 lautete: "Verantwortlich handeln statt viel versprechen." Aussagen von Wahlkämpfern sind Versprechen. Wer nun verspricht, verantwortlich zu handeln statt viel zu versprechen, verspricht nicht wenig. Da er aber nicht viel versprechen will, dürfte er das nicht versprechen. Dabei hat die FDP hier nur auf den Sprechakt gebracht, was anderenorts auch nicht anders praktiziert bzw. versprochen wird. Mit Niklas Luhmann gesprochen erleben wir einmal mehr, wie die Paradoxie zur Orthodoxie politischer Selbstdarstellung gerät.

 

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Copyright. Dr. Goedart Palm 1998 - Stand: 27. Mai 2014.